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Katrín Hall, Jochen Ulrich, Fabrice Jucquois

Die vier Jahreszeiten

Ein Ballettabend von Katrín Hall, Fabrice Jucquois und Jochen Ulrich 
Musik von Antonio Vivaldi und Philip Glass

Ballett
Premiere 03.03.2012
Spielstätte

Diese Produktion steht leider nicht mehr auf dem Spielplan

Stückinfo

Vivaldis Vier Jahreszeiten, 1725 uraufgeführt, sind die mit Abstand berühmtesten Kompositionen des venezianischen Meisters. Vier Konzerte mit außermusikalischem Programm – Frühling, Sommer, Herbst, Winter und ihre Naturerscheinungen – profitieren von einem durch zahlreiche Opernkompositionen in der Setzung starker Effekte erfahrenen Komponisten, der zugleich auch die Virtuosität der Musiker fordert. In seiner programmatischen Anschaulichkeit bildet Vivaldis Meisterwerk eine naheliegende Grundlage für den Tanz.
Vivaldis italienisches Barockwerk, zu dem das Violinkonzert von Philip Glass das Spiegelbild entwirft, steht am Anfang des Abends und wird als Sicht auf den ewigen Wechsel der Jahreszeiten von der isländischen Choreographin Katrín Hall gestaltet. Hier trifft der Blick der Nordländerin und ihre Nähe zu den eruptiven Naturgewalten ihrer Heimat auf das verspielte Wesen des venezianischen Meisters und formt sich zu einem spannungsreichen Ballett über den Wandel der Natur angesichts der Zeit.
Im Dezember 2009 wurde mit Philip Glass’ Violinkonzert Nr. 2 The American Four Seasons in Toronto ein amerikanischer Gegenentwurf zu Vivaldis Vier Jahreszeiten uraufgeführt. Es bildet das musikalische Fundament für den zweiten Teil des Abends und ist hier zum ersten Mal in Verbindung mit Tanz zu erleben. Entsprechend der musikalischen Konzeption von Philip Glass, der zwischen die einzelnen Sätze des Konzerts Zwischenspiele in Form von Solokadenzen für Violine gesetzt hat, zeigt das Ballett in der Choreographie von Jochen Ulrich und Fabrice Jucquois zwei gegenläufige Bewegungen: Die Hauptlinie beschreibt den „Frühling“ einer Jugendgruppe an der amerikanischen Westküste, den „Sommer“ der Liebespaare, den „Herbst“ der fortziehenden Familien und den „Winter“ des zurückgebliebenen Elternpaares. Die Zwischenspiele begleiten das sich schrittweise vollziehende Anwachsen einer kindlich-geheimnisvollen Comic-Gesellschaft, die sich unmerklich im Lebensraum der anderen ausbreitet, bis sie diesen ganz ausfüllt. Es ist der ineinander verschränkte Wechsel der Generationen und Kulturen, der sich hier spielerisch und tanzend vollzieht.