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Joseph Roth

Hiob

Schauspiel nach dem gleichnamigen Roman

Schauspiel
Premiere 21.02.2015
Spielstätte Kammerspiele
Dauer 02 Std. 00 min.

Diese Produktion steht leider nicht mehr auf dem Spielplan

Stückinfo

Hiob, der „Roman eines einfachen Mannes“ von Joseph Roth erschien 1930 in Berlin und erzählt die Lebensgeschichte der osteuropäischen Familie Singer in Analogie zum biblischen Hiob.
Mendel Singer, „fromm, gottesfürchtig und gewöhnlich, ein ganz alltäglicher Jude“, lebt mit seiner Frau Deborah und den vier Kindern in einem wolhynischen Dorf im Südwesten Russlands, Anfang des 20. Jahrhunderts. Mendel arbeitet als Lehrer, bringt den Dorfkindern die Bibel bei und sorgt damit für den kargen Unterhalt der Familie. Nach und nach ereilen ihn und Deborah eine Reihe von Schicksalsschlägen, Hiobsbotschaften: Ihr jüngster Sohn Menuchim kommt behindert zur Welt und bleibt trotz der guten Prophezeiung des Rabbis ein Sorgenkind; den beiden Söhnen, Schemarjah und Jonas, droht das zaristische Militär und Tochter Mirjam, lebenslustig und neugierig, lässt sich mit den Kosaken ein. Deborah gelingt es mit dem ersparten Geld und der Hilfe eines Schleppers, Schemarjah nach Amerika zu schicken. Jonas dagegen ist begeistert davon, Soldat zu sein und geht ins russische Heer. Um Mirjam von den Männern loszureißen, beschließt Mendel, mit Frau und Tochter nach Amerika auszuwandern, dem Sohn Schemarjah zu folgen. Da er den reiseunfähigen Menuchim bei Bekannten zurücklässt, verfolgen ihn die Schuldgefühle über den großen Teich. Kaum in der neuen Heimat eingetroffen, bricht der Erste Weltkrieg aus. Schemarjah, der sich in der neuen Welt Sam nennt, fällt als Soldat im alten ­Europa und der Soldat Jonas gilt in den Kriegswirren als vermisst, Mirjam wird wahnsinnig und ­Deborah stirbt vor Kummer.
In einem zornigen Aufbegehren gegen Gott sagt sich Mendel ­Singer von seinem Glauben los. Doch dann kommt es zu einer wundersamen Wendung: Der zurückgelassene Sohn Menuchim kommt gesund und als begnadeter Musiker und Dirigent nach New York und schließt seinen alten Vater in die Arme. Und Mendel „ruhte aus von der Schwere des Glücks und der Größe der Wunder.“ Mit dem Wissen darüber, wie die Geschichte des 20. Jahrhunderts weiterging, ein Glück zum Verzweifeln.

Hiob, 1930 erschienen, gelang ­Joseph Roth der literarische Durchbruch. Er beschreibt vor dem Hintergrund der biblischen Legende den Untergang einer Welt, die der ­erfolgreiche Journalist Roth aus eigener Erfahrung nur zu genau kannte. Roth wurde 1894 im galizischen Schtetl Brody geboren. Die Abwesenheit des Vaters, der wahnsinnig wurde, der Verlust des österreichischen Vaterlandes und die Auseinandersetzung mit seiner jüdischen Identität prägten seine literarischen Arbeiten, darunter Die Legende vom heiligen Trinker und Radetzkymarsch. 1939 starb Joseph Roth, verarmt und schwer alkoholkrank, im Pariser Exil.

Bilder

Hiob Verena Koch, Vasilij Sotke, Katharina Wawrik © Christian BrachwitzHiob Verena Koch, Vasilij Sotke © Christian BrachwitzHiob Verena Koch, Christian Manuel Oliveira, Stefan Matousch, Katharina Wawrik © Christian BrachwitzHiob Thomas Kasten © Christian BrachwitzHiob Lukas Spisser, Katharina Wawrik, Markus Pendzialek, Christian Manuel Oliveira © Christian BrachwitzHiob Vasilij Sotke © Christian BrachwitzHiob Katharina Wawrik, Christian Manuel Oliveira, Verena Koch, Vasilij Sotke © Christian BrachwitzHiob Verena Koch, Markus Pendzialek © Christian BrachwitzHiob Katharina Wawrik © Christian BrachwitzHiob Vasilij Sotke, Christian Manuel Oliveira © Christian BrachwitzHiob Vasilij Sotke © Christian BrachwitzHiob Vasilij Sotke, Markus Pendzialek © Christian BrachwitzHiob Verena Koch, Stefan Matousch, Katharina Wawrik © Christian Brachwitz

Videos

Video for Hiob


Besetzung

Mendel Singer
Vasilij Sotke
Deborah, seine Frau
Verena Koch
Jonas, sein Sohn
Lukas Spisser
Schemarjah, sein Sohn
Christian Manuel Oliveira
Menuchim, sein Sohn
Markus Ransmayr
Mirjam, seine Tochter
Katharina Wawrik
Rabbi / Kapturak / Skowronnek
Thomas Kasten
Mac / Groschel
Stefan Matousch
Kosak / Psychiater / Menkes
Adrian Hildebrandt