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William Shakespeare

Der Kaufmann von Venedig

Schauspiel
Deutsch von Gerhard Willert

Schauspiel
Premiere 29.09.2012
Spielstätte

Diese Produktion steht leider nicht mehr auf dem Spielplan

Stückinfo

Dies ist der Narr, der Geld umsonst auslieh! (Shylock)

Bassanio hat kein Geld. Kein Geld bedeutet keine Chance, um die schöne Portia zu werben. Denn wer Portias Hand will, muss – nach dem Vermächtnis ihres Vaters – an einem Spiel teilnehmen, das eine nicht unbedeutende Summe als Grundeinsatz verlangt. Wer das Spiel aber gewinnt, erhält die weit bedeutendere Mitgift – und die Braut. Bassanio bittet seinen Freund Antonio um Hilfe. Der hat viel Geld, momentan jedoch nur virtuell. Denn zurzeit segelt sein Kapital in Form von Handelsschiffen über die Weltmeere, um sein Vermögen weiter zu vermehren. Damit er seinem geliebten Freund die benötigte Summe geben kann, muss Antonio selber beim reichen, jüdischen Kaufmann Shylock einen Kredit aufnehmen. Der Schuldschein hat es in sich:
Zahlt Antonio das Geld nicht binnen einer bestimmten Frist zurück, verlangt Shylock ein Pfund frisches Fleisch, geschnitten aus Antonios Brust. Antonio willigt dennoch ein, ist er sich doch des guten Ausgangs aller seiner Geschäfte sicher. Während Bassanio das Spiel um Portia gewinnt und heiratet, verliert Antonio alles. Seine Schiffe sind verschollen. Die Rückzahlung des Geldes an Shylock ist unmöglich. Und dieser besteht auf der Einhaltung der im Schuldschein vereinbarten Klausel. Notfalls vor Gericht, denn in der Geschäftswelt gibt es kein Gefühl. Vertrag ist Vertrag.

Von Shakespeares 36 Dramen ist The Merchant of Venice eines der komplexesten und meistgespielten Werke. Kaum ein anderes ist so widersprüchlich und vielschichtig und fordert gerade deshalb immer wieder zu neuen Interpretationen auf. Es ist „eine Liebesgeschichte, die Geschichte eines Kreditgeschäfts und ein Prozess. Dieser Bezug macht die Modernität des Stückes aus. Es thematisiert die drei wichtigsten Codes, über die sich die moderne Gesellschaft organisieren wird und die die Renaissance erstmals als ausdifferenzierte Sphären zu Gesicht bekommt: das Geld, das Recht (und die dazugehörige Politik) und die Liebe“ (Dietrich Schwanitz).