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Eugène Ionesco

Delirium zu zweit

... in Ewigkeit

 Eine Farce

Schauspiel
Premiere 24.10.2009
Spielstätte

Weitere Termine werden in Kürze bekannt gegeben

Stückinfo

SIE Es gibt keine Frage mehr. Schnecke und Schildkröte, das ist ein und dasselbe Tier.
ER Nein, das ist nicht ein und dasselbe Tier.
SIE Doch, es ist ein und dasselbe.
ER Aber alle Welt wird dir das sagen.
SIE Welche Welt?

Frau und Mann, eingeschlossen in ihrer Wohnung. Sie führen einen Ehekrieg. Seit 17 Jahren. Noch immer haben sie es nicht geschafft, einander zu verstehen. Auf der Straße wird es unruhig. Ein Krieg beginnt. Das ändert nichts. Während draußen ein gewaltsamer Umsturz der Welt vor sich geht, fechten die beiden drinnen weiter ihre privaten Schlachten: Ist es zu heiß oder zu kalt? Die Venus von Milo oder die Freiheitsstatue? Und immer wieder: Schildkröte oder Schnecke? Selbst als der Wahnsinn von außen in die Wohnung einbricht, Granaten die Wände durchbohren, das Dach einstürzt, fahren sie fort, sich gegenseitig ihre verpassten Chancen aufzurechnen – zwei Weichtiere ohne Unterschied, wie Schnecke und Schildkröte unterm gepanzerten Schutzschild im Dauerstreit. Draußen wird es allmählich ruhig, die Sieger feiern. Drinnen, „der Friede ist ausgebrochen: Was soll nun aus uns werden?"

Delirium zu zweit (entstanden 1962): ein privater und ein gesellschaftlicher Krieg, wobei der Intimstreit weitaus intensiver erlebt wird als die weltverändernde Katastrophe. Eugène Ionesco zeigt den Krieg auf geradezu mathematische Weise, ohne jemals den historischen Kontext und die Motive der beiden Auseinandersetzungen zu präzisieren, und lässt gerade daraus den Beweis der universalen Absurdität von Konflikten hervorgehen. Zugleich stellt das Stück die Frage, was eigentlich alles passieren muss, damit man anfängt, sich für gefährliche Entwicklungen in der Gesellschaft zu interessieren.



Besetzung