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Gaetano Donizetti

Don Pasquale

Dramma buffo in drei Akten
Text von Giovanni Ruffini und Gaetano Donizetti,
nach dem Libretto von Angelo Anelli zu dem Dramma giocoso
Ser Marcantonio von Stefano Pavesi
In italienischer Sprache mit deutschen Übertiteln

Oper
Premiere 08.12.2012
Spielstätte

Diese Produktion steht leider nicht mehr auf dem Spielplan

Stückinfo

Was für eine böse Überraschung! Die Tinte unter dem Ehevertrag ist noch nicht trocken, da verwandelt sich Don Pasquales angeblich im Kloster aufgewachsene, engelsgleiche Braut Sofrina in eine diabolische Furie, die ihren nicht unwesentlich älteren Gatten gleich als „dicken Greis“ abstempelt. Unterstehen soll er sich, sie auch nur anzurühren! Mit ihm könne sich eine junge Frau wie sie in der Öffentlichkeit überhaupt nicht sehen lassen, weshalb außer Haus Ernesto, Don Pasquales erbberechtigter junger Neffe und Trauzeuge, als Kavalier an ihrer Seite einspringen müsse.

Wer mutmaßt, dass Ernesto sich auch im Haus als Sofrinas Kavalier bewähren könnte, liegt goldrichtig: Die „Braut aus dem Kloster“ ist nur Maskerade! Sofrina heißt in Wirklichkeit Norina und ist jene schöne, aber mittellose Witwe, die Ernesto gegen den Willen seines Onkels selbst zum Altar führen will. Mit falschem Namen und falscher Identität wurde sie dem spät auf Freiersfüßen wandelnden Don Pasquale vom trickreichen Doktor Malatesta „untergeschoben“, um den alten Narren von allen Eheplänen endgültig zu kurieren: Als Sofrina wird Norina Don Pasquale so lang die Hölle heiß machen, bis dass er freiwillig alles Turteln, Küssen und Sich-Vermählen denen überlässt, die von Natur aus einfach näher „dran“ sind: Norina und Ernesto, die „next generation“.

Donizettis 1843 in Paris uraufgeführtes „dramma buffo“ lässt noch einmal die Figur des Pantalone aus der „Commedia dell’arte“ aufscheinen, jenes in Ehren ergrauten Junggesellen oder Witwers, der beim Buhlen im zweiten (oder dritten?!) Frühling ein tragisch-komisches Bild abgibt. Seine Vorgänger auf der Opernbühne waren unter anderem Telemanns Pimpinone oder auch Rossinis Bartolo im Barbier von Sevilla, seine Nachfolger im Leben zum Beispiel der Literat Henry Miller, der noch mit 75 Jahren erfolgreich um die 28-jährige japanische Pianistin und Jazz-Sängerin Hoki Tokuda warb. Donizettis mitreißend durchs Orchester und durch die Stimmen jagender Melodien-Fluss – „es fliegt und flüstert, kichert und stößt“ (Oskar Bie) –, kennt weder Mitleid noch Moral, doch dafür ungehemmte Lust an der „battle of love“. Wusste doch schon Ovid: „Die Liebe ist ein Kriegsdienst.“



Besetzung