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Gerhart Hauptmann

Die Ratten

Berliner Tragikomödie

Schauspiel
Premiere 13.05.2011
Spielstätte

Diese Produktion steht leider nicht mehr auf dem Spielplan

Stückinfo

Ein Dachgeschoss in einer ehemaligen Kavalleriekaserne in Berlin um 1900: Hier hat der verkrachte Theaterdirektor Harro Hassenreuther
seinen Kostümfundus untergebracht. Im Haus wohnen außerdem: das schwangere polnische Dienstmädchen Pauline Piperkarcka, die Morphinistin
Knobbe und Frau John, Maurersgattin und Putzfrau Hassenreuthers, die ihren in Hamburg arbeitenden Mann, der sich sehnlichst ein Kind wünscht, nicht enttäuschen möchte. Während Hassenreuther, seine vorübergehende soziale Deklassierung ignorierend, den Theologiestudenten Spitta in die Schauspielkunst einführt und seine Tochter, die Spitta liebt, mit Moralpredigten traktiert, obwohl er selber ein Verhältnis zu einer Schauspielerin hat, kauft Frau John der Piperkarcka ihr unehelich geborenes Kind ab und trägt es auf dem Standesamt als ihr eigenes ein. Doch bald bereut Pauline ihre Tat, fordert das Kind zurück und will Anzeige erstatten. Und als dann noch der überglücklich heimgekehrte Herr John misstrauisch wird, gerät Frau John in Panik und sucht Hilfe bei ihrem vorbestraften Bruder Bruno. Die Situation beginnt zu eskalieren …

Bei der Uraufführung noch ein Skandal, erkannte man erst in den zwanziger Jahren die Modernität der Ratten. Es avancierte zum meistgespielten Hauptmann-Stück. „Die Idee des Dramas“, schreibt Hauptmann 1911, „bestand aus dem Gegensatz zweier Welten und hatte
diese beiden Welten zum Ausgangsgrund.“ Hauptmann legt Spitta seine eigene naturalistische Programmatik in den Mund: Eine Reinemachefrau
könne ebenso gut „Objekt einer Tragödie sein wie ein König“ – also die Abschaffung der Ständeklausel. Hassenreuther beschimpft daraufhin Spitta als Ratte und sieht seine eigene Kunst von der „Rattenplage“ der Moderne bedroht. Währenddessen nagen sich „echte“ Ratten durch das Haus … Simultan erzählt, gehen die groteske Scheinwelt des Theaters und die unverhüllte Tragik des Kleinbürgertums eine gespenstische Synthese ein.

Bilder



Besetzung

Harro Hassenreuther
Sven-Christian Habich
Therese Hassenreuther
Silvia Glogner (1940-2011)
Walburga Hassenreuther
Angela Waidmann
Erich Spitta
Manuel Klein
Paul John
Markus Subramaniam
Jette John
Katharina Hofmann
Bruno Mechelke
Aurel von Arx
Pauline Piperkarcka
Barbara Novotny
Sidonie Knobbe/Alice Rütterbusch
Bettina Buchholz
Selma Knobbe
Anja Jemc
Karoline Schragen