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Joël Pommerat

Ich zittere (1 und 2)

Eine Art Cabaret
Deutsch von Gerhard Willert

Schauspiel
Premiere 03.05.2009
Spielstätte

Weitere Termine werden in Kürze bekannt gegeben

Stückinfo

Joël Pommerat, Jahrgang 1963, gehört zur seltenen Spezies der Theaterdichter, die gleichzeitig Regisseure ihrer eigenen Stücke sind. In den letzten Jahren hat er sich mit seinen Inszenierungen zu einem der Maßstäbe setzenden Künstler des französischen Theaters entwickelt. Seit 2007 ist er „Artist in Residence“ an Peter Brooks Pariser „Théâtre Bouffes du Nord“. Demnächst stellt ihm das „Théâtre de l’Europe/Odéon“ seine „Ateliers Berthier“ zur Verfügung. Seine Aufführungen gastieren mittlerweile weltweit.

Sein jüngstes Stück Ich zittere (1 und 2) wurde letzten Sommer beim „Festival d’Avignon“ uraufgeführt. In diesem Diptychon unternimmt Joël Pommerat mit atemberaubender dichterischer Freiheit nichts weniger als die Erschaffung einer neuen theatralischen Gattung. Eine Art Cabaret nennt er es selbst und liefert damit ein kaleidoskopartiges Portrait unserer zutiefst verunsicherten westlichen Gesellschaft in der Krise des beginnenden neuen Jahrhunderts. Und wie im Cabaret, wie im Variéte sind bei ihm Ironie und Magie nahe Verwandte.

Auf der Suche nach Vergleichen sind von Kritikern wie Zuschauern Verweise zu hören auf Grimmsche Märchen, auf Filme von Fellini und Lynch, auf die Logik der Träume. Doch das Stück bleibt schwer einzuordnen. Im Folgenden ein Auszug aus der Besprechung in der Pariser Tageszeitung „Le Monde“:

„Willkommen, bienvenue im Cabaret der verlorenen Träume. Wie soll man auch nur beginnen, die nächtliche Schönheit und die unglaubliche Wucht der neuen Schöpfung von Joël Pommerat zu beschreiben? Man zittert vor Kälte oder vor Angst, vor Vergnügen oder vor Lust, vor Erschöpfung oder vor Wut… dem Autor gelingt es auf eine radikal einzigartige Weise, das Persönliche und Intime kurz zu schließen mit dem großen gesellschaftlichen Ganzen… Wenn eine Frau schreit ‚Ich will meine Zukunft. Ich will dass man mir meine Zukunft gibt’, dann hallt dieser Satz wie das ganze vibrierende Theater von Joël Pommerat noch sehr lange tief in einem nach.“