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Caryl Churchill

Die Kopien

Ein Schöpfungsdrama
Deutsch von Falk Richter

Schauspiel
Premiere 26.09.2008
Spielstätte

Weitere Termine werden in Kürze bekannt gegeben

Stückinfo

Caryl Churchill ist eine der wichtigsten englischen Dramatikerinnen der Gegenwart. Ihre Texte behandeln zumeist gesellschaftliche und politische Themen. Churchill hat mehr als 20 Theaterstücke geschrieben und für ihre Arbeit zahlreiche Preise gewonnen. Die Kopien kamen 2003 als Deutsch- sprachige Erstaufführung an der Schaubühne am Lehniner Platz in Berlin heraus.
In Caryl Churchills Zukunftsvision versucht ein Vater seine Erziehungsfehler zu korrigieren, indem er eine Klon-Kopie seines Sohnes herstellen lässt. Salter ist sechzig und hat vor fünfunddreißig Jahren seinen damals fünfjährigen Sohn Bernard in ein Pflegeheim gesteckt, weil er nicht mehr mit ihm fertig wurde. Nach seiner Theorie hatte das Kind den Verlust der Mutter drei Jahre vorher nicht verkraftet. Der Klonversuch des Kindes wird zum Glauben an eine zweite Chance: Salter beauftragt ein wissenschaftlich-medizinisches Institut, einen Klon des missratenen Bernard anzufertigen. Das Experiment gelingt und der neue Bernard scheint den väterlichen Erziehungsabsichten zu genügen. Doch Bernard hat sich nach der zufälligen Begegnung mit seinem eigenen Klon auf die Suche gemacht und herausgefunden, dass er kein natürlich
gezeugter Mensch ist, sondern eine Kopie seiner Identität, von der noch weitere Kopien existieren.

Churchill entspinnt ein verstörendes Geflecht aus Wahrheit und Lüge, das durch die Begegnungen der Klone untereinander für den Vater wie für seine Kinder immer bedrohlicher wird. Churchills Stück ist eine Projektion von der Gegenwart auf eine nahe Zukunft: Wir sind in zehn bis fünfzehn Jahren biotechnisch fähig, unter vernachlässigenswert niedrigen Fehlerquoten menschliche Klone herzustellen. Dieser Vorgang dient Caryl Churchill zur Infragestellung
der immerwährenden Suche nach dem perfekten Menschen, die mit den Möglichkeiten des humangenetischen Klonens eine neue Dimension erhält.


Besetzung

Salter, ein Mann Anfang Sechzig
Stefan Matousch
Bernard, sein Sohn, Vierzig
Klaus Köhler