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Nathan der Weise
Dramatisches Gedicht in fünf Aufzügen
Einführung zu ausgewählten Terminen
Diese Produktion steht leider nicht mehr auf dem Spielplan
Stückinfo
Im von Kreuzrittern bestürmten Jerusalem leben die Anhänger*innen dreier Religionen mehr schlecht als recht zusammen. Der Sultan, der die Stadt mit seinen Sarazenen unterworfen hat, steht im Waffenstillstand mit den Christen, deren Patriarch versucht, durch Geheimdienstarbeit und Intrigen die Stellungen der Sarazenen auszuhöhlen. Hinzu kommt, dass Krieg teuer ist und dass die Sarazenen pleite sind. Da kommt Sittah, die Schwester des Sultans, auf die Idee, Nathan, einen reichen Juden, um Kredit zu bitten. Auch wenn zu erwarten ist, dass er sein Geld nie wiedersieht, wird Nathan Sittahs Bitten schwer entkommen. Aber auch die Christen stellen Nathan nach, weil er ein Kind verfolgter Christen bei sich aufgezogen haben soll, ohne es im Glauben zu erziehen. Nathan ist bedrängt von allen Seiten, da fragt Sittah ihn, welche der drei Religionen, Christentum, Islam oder Judentum, seiner Meinung nach die wahre ist.
Die Personen der Geschichte, Liebende und Suchende, folgen ihrem Herzen oder ihrem Glauben. Allein Nathan erkennt, dass es Situationen gibt, in denen weder das eine noch das andere hilft. Lessings Paradestück der Aufklärung frappiert (und beunruhigt) auch heute wieder durch seine Aktualität.
