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Ong Keng Sen

 Ong Keng Sen ©
wurde als Kind chinesischer Eltern in Singapur geboren. Ursprünglich als Rechtsanwalt ausgebildet, studierte er an der Tisch School of the Arts der New York University „intercultural performance“ und rief ein Theaterstudien-Programm an der National University of Singapore ins Leben. 1985 gründete er die Theatergruppe „Theatre Works“, deren künstlerischer Leiter er bis heute ist. Er ist Mitglied des Asian-Europe Network, das den Austausch zwischen Asien und Europa fördert, und des New Yorker Asian Cultural Council. Mit dem von ihm entwickelten Genre der "Doku-Performance“ untersucht er, was asiatische Identität und Ästhetik im 21. Jahrhundert bedeuten kann, indem er das Selbst mit dem kulturell Anderen konfrontiert. Basismaterial für diese Inszenierungen sind oft historische Ereignisse. So ist Broken Birds ein Stück über japanische Prostituierte im Singapur der Jahrhundertwende. The Continuum. Beyond the Killing Fields (2001), sein berührendes Projekt über eine Meistertänzerin des klassischen kambodschanischen Tempeltanzes, die das mörderische Regime der Roten Khmer überlebte, wird bis heute auf Festivals auf der ganzen Welt gezeigt. 1994 konzipierte er das asiatische Kreativ-Labor „The Flying Circus Project“, das traditionelle asiatische Darstellungsformen mit zeitgenössischen Elementen vebindet und KünstlerInnen aus den Sparten Theater, Musik, Tanz, Video und visuelle Kunst zusammenführt. 
ONG Keng Sen ist bekannt für seine aufwändigen interdisziplinären und interkulturellen Konzepte. Mit Destinies of Flowers in the Mirror entwarf er zum Beispiel in enger Zusammenarbeit mit Künstlern und Artisten eine epische, ortsbezogene Produktion, bei der sich die Zuschauer, mit Schirm und Regenkleidung versorgt, in einer gigantischen Wasserfontäne wiederfanden. Aber auch mit seiner Shakespeare-Trilogie, King Lear (1997, Tokio), Desdemona (Adelaide 2000) und Search: Hamlet, das am Originalschauplatz in Dänemark, Schloss Helsingör, zu sehen war, machte er Furore. Neben seiner Arbeit als Regisseur eigener Inszenierungen ist ONG Keng Sen auch als Kurator von Festivals und Themenprogrammen weltweit tätig. So hat er das alljährlich stattfindende „Intransit“-Festival am Haus der Kulturen der Welt in Berlin mitbegründet und mehrere Jahre co-kuratiert. Er war damit der erste außereuropäische Künstler, der ein großes Performance-Festival in Europa kuratierte.
ONG Keng Sen lehrt auch an mehreren Universitäten als Performancetheoretiker (zur Zeit ist er „artist in residence“ der Universität Edinburgh).
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