fakeimg
Schauspielhaus_01.jpg
Leopold von Sacher-Masoch

Venus im Pelz

Nach Motiven von Leopold von Sacher-Masoch

www.lust-spiel.net

Schauspiel
Premiere 25.09.2009
Spielstätte

Weitere Termine werden in Kürze bekannt gegeben

Stückinfo

„Dass das Weib, wie es die Natur geschaffen und wie es der Mann gegenwärtig heranzieht, sein Feind ist und nur seine Sklavin oder seine Despotin sein kann, nie aber seine Gefährtin. Dies wird sie erst dann sein können, wenn sie ihm gleich steht an Rechten, wenn sie ihm ebenbürtig ist durch Bildung und Arbeit.“

Die Novelle
Severin von Kusiemski trifft als junger Mann die junge und reiche Witwe Wanda von Dunajew. Von ihrer Schönheit, die ihn an die verehrte griechische Venus erinnert, fasziniert, bittet er sie, ihn zu heiraten. Wanda schlägt ihm stattdessen eine einjährige Probezeit vor, und gibt zugleich seinem dringlichsten Wunsch nach, seine Herrin zu werden. So verwandelt sich Severin auf einer Reise zu Wandas Sklaven. Sie erfüllt vollständig seine Phantasie eines schönen Weibes, das seinen Sklaven despotisch unterwirft und (auch grundlos) physisch und psychisch quält. Doch immer wieder fällt Wanda aus ihrer Rolle und ist stundenweise die liebende, zärtliche Geliebte.
Je länger dieses Verhältnis besteht, desto weniger kann Severin mit Wandas Verehrern umgehen. Da er sich aber vertraglich auf eine bestimmte Dauer ihr als Sklave verpflichtet hat, sieht er keinen anderen Ausweg, als sich selbst zu töten. Dazu fehlt im in letzter Konsequenz der Antrieb, denn trotz seines Leidens an der Situation, kann sich Severin nicht aus seiner masochistischen Phantasie befreien. Erst als Wanda ihn verrät, scheint Severin „geheilt“, kehrt zurück auf das Gut des Vaters und nimmt sein vorheriges Leben wieder auf.

Der Theaterabend
André Turnheim ergründet in seiner Bearbeitung von Leopold von Sacher-Masochs Venus im Pelz spielerisch das Verhältnis von Macht und Ohnmacht im Kampf der Geschlechter und im Ringen um die eigene (sexuelle) Identität. Ein Tisch, zwei Stühle, Mikrophone ein Plattenspieler, T-Shirts, 2 Anzüge und kühl konstruierte Neonpopmusik aus den 80ern wie KFL und mathematiques modernes sind die Requisiten seiner Spielanordnung. Masochismus nicht als Antipode zum Sadismus sondern als Diskurs von männlichen und weiblichen Rollenbildern.

„GIRLS WHO ARE BOYS
WHO LIKE BOYS TO BE GIRLS
WHO DO BOYS LIKE THEY'RE GIRLS
WHO DO GIRLS LIKE THEY'RE BOYS
ALWAYS SHOULD BE SOMEONE YOU REALLY LOVE“
(BLUR: „Girls and Boys“)