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Bertolt Brecht
Der gute Mensch von Sezuan

Parabelstück in 10 Bildern
Musik von Paul Dessau

In Koproduktion mit Linz 2009 Kulturhauptstadt Europas

Drei Götter besuchen die Hauptstadt von Sezuan auf der Suche nach dem einen guten Menschen. Einzig die Prostituierte Shen Te ist bereit, ihnen ein Nachtquartier zu geben und verzichtet auf den nächsten Kunden. Zum Dank erhält sie tausend Dollar und die Ermahnung, weiterhin gütig zu bleiben. Shen Te erwirbt einen Tabakladen und verschließt sich nicht den zahlreichen Bitten ihrer gar nicht so guten Mitmenschen, so dass sie schon nach kurzer Zeit vor dem Ruin steht. In ihrer Not erfindet sie einen Vetter, Shui Ta, in dessen Maske sie mit kaltherzig-konträren Taten das Geschäft retten kann. Als gute Shen Te aber verliebt sie sich in den arbeitslosen Flieger Yang Sun, der sie finanziell skrupellos ausnutzt, so dass Shui Ta bald wieder zu Hilfe eilen muss. Er eröffnet eine Tabakfabrik, in der alle, denen Shen Te geholfen hat, für einen Hungerlohn arbeiten müssen. Des Mordes an der „verschwundenen“ Shen Te angeklagt, kann er/sie sich nur den Göttern offenbaren: „Euer einstiger Befehl / gut zu sein und doch zu leben / zerriss mich wie ein Blitz in zwei Hälften …“

Ong Keng Sen, Regisseur, Performancetheoretiker, Festivalkurator und Kulturkommunikator, ausgebildet in New York, leitet seit 1985 die Theatergruppe „TheatreWorks“ in Singapur. Er befasst sich mit Formen des Austausches zwischen zeitgenössischem Theater und traditionellen Darstellungskulturen. Sein besonderes Interesse gilt dabei der Verbindung von asiatischen und westlichen Kulturen und der Zusammenführung von Künstlern aus den Bereichen Theater, Musik, Tanz, Artistik, Video und visueller Kunst. Was Identität in einer globalisierten Welt bedeutet und bedeuten kann, ist eine der Fragen, die ihn immer wieder antreiben. Nach seiner überaus erfolgreichen Inszenierung des Kaukasischen Kreidekreises am Schauspielhaus Wien 2005 wird er, diesmal in Linz, erneut ein Stück von Bertolt Brecht mit einem internationalen, sparten- und genreübergreifenden Leitungsteam in Szene setzen. Selber aus dem chinesischen Kulturkreis stammend, will er dabei die von chinesischen Überlieferungen angeregte Handlung auf diese Ursprünge hin untersuchen und gleichzeitig die Relevanz des Stückes in unserer heutigen Welt erforschen.
Diese Produktion steht leider nicht mehr auf dem Spielplan.

Fotogalerie


Premiere: 26.09.2009
Spielstätte: Großes Haus
Dauer: 2 Std. 45 min.

Inszenierung
Ong Keng Sen
Musikalische Leitung
Nebojša Krulanović
Daniel Linton-France
Bühne
Myung Hee Cho
Lichtdesign
Scott Zielinski
Kostüme
Mitsushi Yanaihara
Video
Cao Fei
Training Chinesische Oper und Asiatische Kampfkünste
Joanna Wong /
Choy Yien Chow
Dramaturgie
Kathrin Bieligk

Besetzung
Shen Te/Shui Ta
Karl M. Sibelius
Wang, ein Wasserverkäufer
Katharina Hofmann /
Anja Kirchlechner
Yang Sun, ein stellungsloser Flieger
Sebastian Hufschmidt
Die Götter
Nina Sarita Müller /
Jing Li
Mi Tzü, die Hausbesitzerin
Sabrina Tannen
Die Alte
Sabrina Tannen
Die Witwe Shin/Die Frau/Die Prostituierte
Nicole Reitzenstein
Shu Fu, der Barbier
Stefan Matousch
Lin To, Der Schreiner
Manuel Klein
Der Polizist
Manuel Klein
Frau Yang, Suns Mutter
Eva-Maria Aichner
Die Nichte
Eva-Maria Aichner
Der Mann/Der Alte/Der Bonze/Der Kellner
Felix Frenken
Der Großvater/Der Arbeitslose
Erich Josef Langwiesner